Das Jahr 1978 markiert einen wichtigen Punkt in der jüngeren Geschichte der Katholischen Pfarrgemeinde Nittenau, Mariä Geburt. Nach mehreren Versuchen, Kirchenbau und Gemeinde an die Zeit anzupassen, wurde am 10. September die Pfarrkirche in ihrer heutigen Form konsekriert.
Seit der Gebietsreform gehören zur Stadt freilich zwei kirchenrechtlich selbständige Pfarreien und so ist auch noch ein Wort zu Fischbach, St. Jakobus zu sagen. Dazu aber weiter unten.
Die urkundliche Ersterwähnung Nittenaus 1007 und die Schenkung nach Bamberg hatte auch Folgen für die Christen. Zunächst: Vieles spricht dafür, dass nicht nur der Ort, sondern auch die Kirche bis in die Karolingerzeit zurückgeht, als zunächst der bayerische Herzog und nach der Konfiszierung 788 durch den König und späteren Kaiser entlang des Regens Herrschaftshöfe und Missionsstationen bis nach Cham gegründet wurden. Zu den Schenkungen an Bamberg gehörte auch die Alte Kapelle in Regensburg, was dazu führte, dass dieses Stift bis in die Neuzeit das Präsentationsrecht auf die Pfarrei behielt, obwohl seit 1269 die Wittelsbacher den Markt Nittenau in ihr Herrschaftsgebiet eingegliedert hatten.
Markt und Kirche teilten über Jahrhunderte das gleiche Schicksal, vor allem die Zerstörung und Plünderung: 1266 war es König Ottokar von Böhmen, 1428 kamen die Hussiten bis Nittenau, 1779 brannte mit dem Markt auch die Pfarrkirche, im Dezember 1944 wurde beim Luftangriff auch die Pfarrkirche schwerbeschädigt.
Durch den Hausvertrag von Pavia 1329 kam die Oberpfalz zur Kurpfälzischen Linie des Hauses Wittelsbach. Das hatte zur Folge, dass die Nittenauer mit ihrem Herrn die Reformation annahmen. Nach Beginn des Dreißigjährigen Krieges und der siegreichen Schlacht der Kaiserlichen am Weißen Berg 1623 wurde alles den katholischen Wittelsbachern zugeschlagen und es kehrten die Herren von der Alten Kapelle zurück, die das Präsentationrecht noch bis ins 20. Jahrhundert hinein behielten, seitdem liegt es beim Bischof.
Es ist angesichts dieser Geschichte nicht verwunderlich, dass sich die Zuständigkeit in den ersten Jahrhunderten weit über die Grenze der heutigen Pfarrei hinaus erstreckte: Bis nach Neukirchen-Balbini und Penting, Kirchenrohrbach und Bruck. Alle wurden sie im 13. Und 14. Jahrhundert selbständig, wobei der Pfarrsitz von Kirchenrohrbach nach Walderbach wechselte. Zu Bruck gehörte die Filiale Fischbach. Die St. Jakobs-Kirche dort wird schon 1123 erwähnt. 1730 wird schließlich auch Fischbach zu einer Pfarrei erhoben.
Das Jakobspatrozinium ist typisch für Kirchen, die an (Heer-)Straßen errichtet werden. So muss auch die Fischbacher Kirche die Hussiten überstehen und 1634 brandschatzen die Schweden den Ort und brennen die Kirche nieder. Das Provisorium muss einige Jahrzehnte herhalten, bis die Grafen von Thürheim zusammen mit dem Schloss 1725/26 die Pfarrkirche neu errichten. Aus dieser Zeit stammen bis heute noch zahlreiche Sakralgegenstände, die zumindest die Kirchenverwaltung in den Jahren 2024 und 2025 restaurieren ließ, da die dringende Renovierung der Pfarrkirche gegenwärtig unbezahlbar wäre.
Die in Nittenau nach dem Brand 1779 erbaute Pfarrkirche erlebte in 200 Jahren zahlreiche Überarbeitungen und Erweiterungen, um der wachsenden Zahl an Gläubigen Heimat zu bieten und immer wieder auch mit dem „Stil der Zeit“ mithalten zu können. Nach dem Zweiten Weltkrieg und der Ernennung Nittenaus zur Stadt stieg erneut die Zahl der Katholiken. Ein Zweitbau in Bergham – wie er etwa die Erweiterung Schwandorfs oder Burglengenfelds begleitete – wurde von Seiten des Ordinariats für Nittenau verworfen. Stattdessen kam es zu einem radikalen Umbau: Ab 1972 wurde geplant und am 8. September 1977 schließlich der Grundstein für die neue Pfarrkirche gelegt. Hierfür wurden die Anbauten an die alte Kirche abgetragen. Nur den ältesten Teil mit der Apsis und den Turm ließ man stehen und fügte ihm ein Oktogon in Ziegelbauweise und mit zeltförmigem Dach an. Die Bänke wurden so um den Altar gruppiert, dass keine weiter als 20 Meter von der Altarinsel entfernt ist. Die Alte Kirche als „Querbau“ wurde mit einer zu öffnenden Glasfront angeschlossen, so dass beide Räume auch in Kombination nutzbar sind. Gleiches gilt für die Orgel auf der Empore, eine geglückte Symbiose von Alt und Neu. Über Innenaustattung, Glocken und die weitere Baugeschichte informiert ein gedruckter Führer bzw. die Homepage der Gemeinde.
Zu den beiden Pfarrkirchen gesellen sich weitere Sakral und Zweckbauten. Zu letzteren zählen Pfarrhof, Pfarrheim und die Kindergärten in Nittenau und Fischbach, die allesamt unter der Ägide von Pfarrer Adolf Schöls (2012-2023) neu errichtet, bzw. renoviert und erweitert wurden. An Kirchen und Kapellen finden sich unter anderem:
St. Magdalena im Einsiedler Forst, deren Geschichte bi ins 14. Jahrhundert zurückreicht. St Michael auf dem Michelsberg, die bereits im Visitationsprotokoll 1508 erwähnt wird. Beide Kirchbauten sind leider sehr renovierungsbedürftig. In Michelsberg wird von Ostern bis November einmal im Monat eine Messe gefeiert. Gleiches galt für die Burgkapelle in Stefling, dem hl. Bartholomäus geweiht. Hier musste in Ermangelung eines Mesners, aber auch durch das zurückgehende Interesse der regelmäßige Gottesdienst eingestellt werden. Für Stefling hat aber die Gemeinde ebenso wenig die Baulast wie für die kleine Kirche in Neuhaus. Diese wurde im Jahr 2000 von der Neuhauser Dorfgemeinschaft anstelle der 1955 errichteten und baufälligen Jakobuskapelle gebaut und dem gebürtigen Neuhauser Eustachius Kugler geweiht. Josef Kugler, *1867 , trat in den Orden der Barmherzigen Brüder in Reichenbach ein und erbaute in den Zwischenkriegsjahren das Krankenhaus in Regensburg. Er verstarb am 10. Juni 1946 und wurde am 4. Oktober 2009 seliggesprochen. In Neuhaus und in Asang findet das ganze Jahr über der monatliche Werktagsgottesdienst statt. Das Asanger Kirchlein wurde Ende des 19. Jahrhunderts auf Initiative des Gastwirts Joseph Lorenz errichtet und feiert an Maria Königin sein Patrozinium. Zu dieser Liste kommen eine Reihe von „Bauernkapellen“ in der ganzen Flur hinzu. Eigens zu nennen sind aber noch die Nepomukkapelle in Fischbach und das Schönstattheiligtum im gleichnamigen Zentrum.
Die gesamtgesellschaftliche und kirchliche Entwicklung geht auch an Nittenau nicht vorbei. Seit den 90er Jahren hat die Diözese Regensburg rund 15% an Katholiken eingebüßt, durch demografische Entwicklung und Kirchenaustritte. In etwa die gleiche Prozentzahl gilt für Nittenau und Fischbach. Dieses verlor 2015 den Pfarrer vor Ort und bildet seither eine Pfarreiengemeinschaft mit Nittenau. Nach der „Pastoralplanung 2034“ des Bistums soll in naher Zukunft auch noch Bruck dazu kommen. Im neuen Jahrtausend schon zweimal verändert wurden die Dekanatsgrenzen: bis 2001 hielt sich der Kirchensprengel an den Altlandkreis Roding, der 1972 politisch in Schwandorf und Cham aufgegangen war. Die letzte Dekanatsreform 2023 ging noch einmal an Schwandorf vorbei – ob das so bleiben wird, muss die Zukunft zeigen und damit auch, ob irgendwann vielleicht Neukirchen-Balbini und Penting auch wieder dazugehören werden, wer weiß?